Der Wert einer Zucht-Königin.

Es wird sehr viel Geld für allen möglichen Blödsinn in der Imkerei ausgegeben. Für eine gute Königin, die nunmal Voraussetzung für ein gutes Volk ist, verfährt der Imker nach dem Motto "Es wird gespart, koste es was es wolle".

Den wahren Wert einer Königin können leider nur wenige Imker tatsächlich richtig einschätzen, zumal viele nicht unterscheiden können oder wollen, welche Arbeit es bedeutet, eine Zuchtmutter zu erstellen. Man erlebt es immer wieder, dass Imker sich eine kontrolliert angepaarte Königin kaufen, und dann ganz stolz verkünden :

"Nun habe ich eine Zuchtmutter, von der ich Nachzuchten erstellen kann."

Welch ein Irrtum. Unter Zuchtmutter ist eine Königin zu verstehen, die meines Erachtens folgende Voraussetzungen erfüllen muss:

1. Kontrollierte Anpaarung

Sie ist erforderlich, um sicherzustellen, dass bei den Nachkommen keine unerwünschten Aufspaltungen auftreten.

2. Gewünschte Leistungsmerkmale

Wenn Imker von Leistung sprechen, meinen sie in der Regel die Honigleistung. Man kann aber auch auf andere Leistungsmerkmale selektieren, zum Beispiel Propolis-, Pollen-, Wachs-, Bienen- oder Geleeroyalproduktion.

3. Nachweis der Vererbung

Die besten Eigenschaften einer Königin sind für die Nachzucht wertlos, wenn die Königin ihre Eigenschaften nicht weitervererbt.

Erst wenn die vorgenannten Kriterien erfüllt sind, kann man eine Zuchtmutter aus einer größeren Anzahl von Vergleichstieren heraussuchen. Es ist von großer Bedeutung, dass eine große Anzahl von Geschwisterköniginnen unter gleichen Bedingungen erstellt und geprüft werden. Denn je größer die Auswahl, desto schärfer und härter kann selektiert werden. Diese Selektionsarbeit erstreckt sich auf mindestens ein Leistungsjahr, besser wären zwei. Ich spreche jetzt hier nur von der Selektionsarbeit auf die Leistungsjahre bezogen. Die Erstellung so einer Mutter dauert in der Regel zwischen 5 bis 7 Jahre.

Es dürfte jedem Imker wohl einleuchtend sein, dass eine so selektierte Zucht-Königin nicht für 60 Euro (wie in Bienenzeitschriften angeboten) zu haben ist.

Johann van den Bongard
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